Veränderungen gut meistern
„Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber du kannst lernen, auf ihnen zu surfen.“ (John Kabat Zinn)
Ich bin extremst viel gesurft in den letzten ein bis zwei Jahren. Und bin dabei des öfteren ins Wasser gefallen, hab die Welle über mir gespürt. Doch ich bin immer wieder raufgeklettert auf’s Brett und habe dabei unzählige viele Techniken gelernt, oben zu bleiben – oder zumindest nicht mehr so nass zu werden. Ohne das Runterfallen vom Brett hätte ich es nicht so gut geschafft.
Krisen gehören zu unserem Leben dazu. Und natürlich wissen wir, dass wir gerade durch schwierige Phasen wachsen. Im Moment des Kämpfens mit der Welle allerdings fällt es uns schwer, den Sinn darin zu erkennen, gelassen zu bleiben und auf den rettenden Anker oder eine Beruhigung der See zu vertrauen. Und auch nicht immer sehen wir im Rückblick, wie uns ein Verlust, das Scheitern eines Projekts oder das Ende einer Beziehung dazu geführt hat, etwas Entscheidendes zu lernen, einen längst fälligen neuen Weg einzuschlagen und dadurch glücklicher, gesünder oder erfolgreicher zu werden.
Wenn dich die Welle unerwartet trifft
Was tun wir also, wenn uns eine Welle unerwartet und mit voller Wucht erwischt?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich erst einmal ordentlich Wasser geschluckt habe, als vor einigen Jahren einer meiner wichtigsten Kooperationen aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen plötzlich wegbrach. Von heute auf morgen musste ich Pläne umwerfen, Notbremsen ziehen, Lieblingsprojekte zurückstellen, Hilfen organisieren und im Überlebensmodus neue Aufträge an Land ziehen, um nicht unterzugehen.
Einmal geschwächt war ich zudem anfälliger für weitere „Wellen“. Jede für sich eine neue Herausforderung. Ich konnte mir von außen zusehen, wie Motivation und Kraft Stück für Stück schwanden. Irgendwann fragte ich mich nur noch: Wie lang halte ich das noch durch? Das war nicht das, was ich mir erträumt hatte.
Heute weiß ich: Am schlimmsten waren die Phasen, in denen ich mich mit aller Kraft gegen die Wellen stemmte. Auf die Umstände oder mich selbst schimpfte, darauf, nicht besser vorbereitet gewesen zu sein. Meine Entscheidungen in Frage stellte, mir die Freude versagte oder den Raum, sie zu spüren.
Veränderungen akzeptieren
Meine gesamte Energie floss in den Widerstand. Mein Körper reagierte entsprechend: mit Rückenschmerzen, Verspannungen, Müdigkeit.
Und es brauchte eine Weile, bis ich begriff, welche Lektion ich hier lernen durfte, nämlich: die Veränderung anzunehmen, ohne sie oder mich selbst zu verurteilen.
Indem ich begann, die stürmische See als Teil meiner Lebensphase zu integrieren und neue Wege zu finden, um mit ihr „zu schwingen“, gelang es mir schließlich, oben zu bleiben. Die Welle zu surfen. Sie – wenn schon nicht zu lieben – immerhin schätzen zu lernen.
Ich surfe auch heute noch auf teils ungemütlicher See. Aber ich habe etwas gewonnen: Kraft. Neues Selbstvertrauen. Und die Gewissheit, dass ich die Situation managen kann. Egal, wie die Welle kommt. Mehr noch: Ich bin überzeugt, dass nachhaltiger Erfolg genau daraus entsteht.
Gerade wenn wir neue Wege gehen, brauchen wir Störungen, Umwege und Schlechtwetterlagen. Die unfreiwilligen Trainingsstunden auf stürmischer See bringen uns weiter. Ohne sie dümpeln wir im immer gleichen, seichten Wasser herum und trauen uns nie hinaus.
Und auf eines können wir außerdem vertrauen: Der Sturm im Außen beruhigt sich meist genau dann, wenn wir die Ruhe in uns selbst wiedergefunden haben. Nicht umgekehrt.
Innere Balance durch Achtsamkeit
Du musst nicht auf die eine große umstürzende Welle warten, um das Surfen zu lernen.
Mit Achtsamkeitspraxis kannst du trainieren, selbstwirksam einen Zustand von innerer Balance zu kreieren, um im Alltag – insbesondere im Zuge von Veränderungen und Krisen – im Gleichgewicht zu bleiben. Im beruflichen, wie im privaten Alltag.
Mit diesen 3 Übungen kannst du lernen, Schlechtwetterlagen in deinem Leben gelassener zu meistern!
- Bewusstheit: Übe an kleinen Herausforderungen deines Tages, Veränderungen und Umstände, mit denen du unfreiwillig konfrontiert wirst, anzunehmen. Nimm dazu deine Empfindungen bewusst wahr und sage dir innerlich: Das ist jetzt unangenehm. Das habe ich mir so nicht gewünscht. Ich spüre das.
- Akzeptanz: Verbinde dich in deiner Wahrnehmung mit deiner Atmung, sie ist eine Konstante in deinem Leben. In Anbetracht einer Situation, die du nicht beeinflussen kannst, atme bewusst. Das kannst du in einer schwierigen akuten Situation für wenige Minuten in dem Moment tun. Oder als langfristige Achtsamkeitsübung regelmäßig 5-15 Minuten am Tag. Du trainierst dadurch, deinen Fokus wieder auf dich und das Konstante in deinem Leben zu richten. Und somit Selbstwirksamkeit zu spüren.
- Loslassen & Neuausrichten: Lass deine Trauer über das Unabänderliche los. Verabschiede das Vergangene. Aktiviere deine Vorstellungskraft für das, was du dir nun wünscht. Was wäre die bestmögliche Option, die neue Situation in dein Leben zu integrieren und zu „deinem zu machen“? Vielleicht schreibst du deine Assoziationen dazu auf oder du malst sie?
Indem du die Welle annimmst, anstatt dich gegen sie zu stemmen, beginnst du etwas neues auszuprobieren. Auf diese Weise lernst du, die neue Situation zu meistern und zur Verbündeten für deine weiteren Ziele zu machen.
Und noch ein Tipp: Mach dir bewusst, dass sich dein Alltag nicht nur aus den aktuellen Herausforderungen zusammensetzt. Schau regelmäßig auf die positiven Dinge und Ereignisse, die auch da sind. Schenke dir regelmäßig Raum für Entspannung, Freude, nährende Begegnungen.
Möchtest du Achtsamkeit (Mindfulness) in deinen Alltag integrieren und dich dabei unterstützen lassen?
Informiere dich auf meiner Seite über mein Angebot an oder nimm unverbindlich Kontakt zu mir auf.


