Wie erreichst du deine Ziele (nicht)?
Was machst du, wenn du dich ans Steuer setzt und dich auf den Weg begibst zu einem Kunden*innentermin, zum Abendessen mit einer Freundin, zur gebuchten Ferienwohnung für’s Wochenende oder zu einer Fortbildung? Du gibst dein Ziel ins Navi ein, richtig? Dafür brauchst du natürlich erstmal eine konkrete Adresse – eine genaue Angabe, wohin es gehen soll.
Szenenwechsel:
Was tust du, wenn du morgens aufstehst und ein voller Arbeitstag vor dir liegt? Wenn du im Gespräch mit deinem Sohn einen besseren Zugang zu ihm bekommen möchtest? Wenn du endlich den richtigen Dreh finden möchtest, wieder regelmäßig Sport zu treiben? Oder hoffst, dass dein Kollege dich besser versteht?
Gibst du auch hier deinem Navi einen klaren Auftrag? Damit es genau weiß, wie es dich leiten soll, auf dem schnellsten und besten Weg?
Seien wir ehrlich. Auch wenn wir vieles in unserem Leben bewusst planen, bleiben wir in Bezug auf das gewünschte Ergebnis häufig vage – zumindest aus Sicht unseres Gehirns!
Dabei funktioniert unsere innere Schaltzentrale sehr ähnlich wie ein Navi im PKW.
Bewusste Wahrnehmung trainieren im Bildungsurlaub auf Juist
Um genau dieses Thema ging es in meinem jüngsten (Bildungsurlaubs-)Seminar auf der Nordseeinsel Juist zum Thema „Bewusstheit statt Autopilot – Wie bediene ich mein Gehirn, um glücklich und erfolgreich zu sein“.
14 Menschen, aus unterschiedlichen Berufen und Orten kamen für fünf Tage zusammen, um sich auszutauschen, neues auszuprobieren und sich mit der Frage zu beschäftigen:
Wie erreiche ich meine Ziele wirklich? Und was stand mir bislang im Weg?
Impulsvorträge, Selbstreflexion, Achtsamkeitsmeditation, Übungen aus dem mentalen Training und der Positiven Psychologie sowie der Austausch in Gruppen eröffneten neue Blickwinkel, Ideen und Erfahrungen. Der „Seminarraum Natur“ verankerte die Entspannung und Fokussierung noch zusätzlich.
Erlebbar war besonders ein entscheidendes Kriterium, das wir im alltäglichen Selbstmanagement leicht übersehen:
Ein großer Teil unserer mentalen Prozesse läuft automatisch ab – ohne dass wir ihn bewusst wahrnehmen oder steuern.
Gewohnheiten, unbewusste Bewertungen und vertraute Denkmuster (u.a. Glaubenssätze) beeinflussen, wie wir Situationen erleben, Entscheidungen treffen und handeln. So belegt es die neurowissenschaftliche und psychologische Forschung.
Ziele erreichen - Warum unser Gehirn eine klare Richtung braucht
Das betrifft auch die Planung unserer Zukunft! Häufig blockieren wir das Erreichen unserer Ziele selbst. Indem wir zwar gedanklich definieren, wohin wir wollen, unbewusst jedoch unklar und widersprüchlich bleiben. Wir haben einfach keine klare Vorstellung vom Ergebnis.
Das wäre so, als würden wir unserem GPS im Fahrzeug sagen Fahre mich zu meiner Freundin. Oder: Starte die Route zum Hotel. Oder: Bring mich einen schönen Ort am Meer.
Was würde passieren? Dein Navi wäre überfordert und müsste raten. Vielleicht würde es irgendein Ziel auswählen, dich auf Umwege schicken oder dich ganz woanders hinführen, als du eigentlich möchtest. Einfach, weil deine Ansage zu ungenau war.
Genauso gehen wir häufig durch unseren Alltag: Wir wissen ungefähr, was wir wollen, doch wir richten uns nicht konkret – und vor allem nicht auf die richtige Weise – darauf aus.
Autopilot im Alltag. Wie unbewusste Muster uns steuern
Ein typisches Beispiel: Du startest morgens deinen Rechner und arbeitest die E-Mails einfach der Reihe nach ab, wie sie im Postfach landen. Eine nach der anderen. Und plötzlich ist der Tag vorbei, doch viele andere Aufgaben bleiben unerledigt liegen.
„Ich müsste wirklich mal wieder mehr Sport machen!“, sagst du dir selbst, im Familienkreis oder unter Freunden. Doch statt es zu tun, bleibt das Ziel im Nirvana und du findest dich eher auf dem Sofa wieder statt auf dem Cross-Stepper.
Für das Gespräch mit deinem Sohn hast du innerlich zwar eine vage Hoffnung, wie es im besten Fall laufen soll, doch unbewusst hältst du an der Vorstellung fest, dass dein Gegenüber doch wieder nur abblockt. Und stellst fest, dass sich nichts ändert.
Was fehlt in all diesen Szenarien?
Die visualisierte und gefühlte Verbindung mit dem gewünschten Ergebnis.
Ziele brauchen Bilder!
Das, was wir erreichen und erleben wollen, dürfen wir bereits jetzt schon vor uns sehen und spüren. Unser Gehirn braucht ein klares Programm für das, was es ansteuern soll. Die konkrete bewusste Entscheidung: da will ich hin! So soll es aussehen, so soll es sich anfühlen. Und: So habe ich es bereits erlebt, so erinnere ich mich, so kann es sein!
Raus aus der Komfortzone
Das ist nicht immer einfach, denn unsere Alltagsrealität sieht oft so aus:
Der Sportgedanke ist da. Doch statt uns auf die Vorstellung zu fokussieren, wie gut es sich anfühlt, nach dem Fitnessstudio unter der warmen Dusche zu stehen und sich von Mal zu Mal fitter zu fühlen, sehen wir die Anstrengung, die es erstmal braucht:
Sportschuhe müssen gefunden werden, und der Weg zum Fitnessstudio im Regen ist kein Vergnügen. Auf dem Sofa dagegen ist es warm und gemütlich. Die Lieblingsserie wartet. Und morgen ist schließlich auch noch ein Tag.
Unser Gehirn mag Vertrautes und Routinen, auch wenn sie uns nicht immer gut tun. Also liefert es uns automatisch Bilder (in Übergröße): vom gemütlichen Abend zuhause – im Abgleich mit der Vorstellung, wie unangenehm es wäre, jetzt noch irgendwohin zu fahren.
Verhalten ändern - So richtest du dein Gehirn auf neue Ziele aus
Die gute Nachricht: Du kannst lernen, deinem Gehirn andere Bilder und Erfahrungen anzubieten.
Stell dir vor, du konzentrierst dich nicht länger auf das, was vor dem Sport alles mühsam ist. Stattdessen erinnerst du dich daran, wie gut du dich nach dem Training fühlst.
An die angenehme Dusche danach. An das Gefühl, etwas für dich getan zu haben. An die Muskeln, die sich angenehm beansprucht anfühlen. An die wachsende Leichtigkeit, mit der du nach einigen Wochen die Treppe hinaufgehst.
Zugegeben: Es braucht einen ersten Schritt. Deine bewusste Entscheidung, es jetzt zu ändern. Doch das Schöne ist: Wenn du es ein Mal erlebt hast, wie leicht es ist, dein Navi einzustellen und so sicher ans Ziel zu kommen, wird es für jedes weitere Ziel ebenfalls leichter!
Hier findest du erste Impulse, wie deinen inneren Kompass auf deine Ziele ausrichten kannst.
In 4 Schritten zur Bewusstheit:
- Übe zunächst an einfachen Beispielen: Mach dir bewusst, was dein Ziel ist. Schreib es möglichst in einem Satz auf (z.B. Ab nächster Woche gehe ich 2 x in der Woche ins Fitnessstudio).
- Verbinde dich mit deiner Erinnerung, wie dein Körper sich zuletzt richtig wohl und gestärkt angefühlt hat, nachdem du ihm Bewegung geschenkt hast. Erlebe das mit allen beteiligten Sinneskanälen in deiner Vorstellung.
- Mach es dir besonders am Anfang leicht und lege dir schon am Abend davor alles zurecht, was du brauchst, um dein Ziel direkt umzusetzen, wenn es soweit ist. (Die Sporttasche ist gepackt, vielleicht hast du dich im Studio sogar mit jemandem verabredet).
- Wenn der Moment da ist, dass deine Disziplin und Entschlusskraft gefordert sind, richtest du dein inneres Navi bewusst und konsequent auf das Wohlgefühl des Sporterlebnisses aus, oder auf dein Befinden danach. Alle Bilder, die dein Gehirn dir möglicherweise noch hochspult, um dich von deinem Vorhaben abzubringen (Keine Sorge: Das passiert nur bei den ersten Malen, bis dein Körperbewusstsein das Wohlgefühl wieder gespeichert hat!), schiebst du zur Seite und bleibst bei deiner positiven Vorstellung!
Auch das geplante Gespräch mit einer Person, das du harmonisch und lösungsorientiert führen möchtest, funktioniert so:
Schreibe auf, was im Idealfall am Ende des Gesprächs erreicht ist (selbst, wenn es nicht von dir allein abhängt), visualisiere das gewünschte Ergebnis und fühle es, als wäre es bereits eingetreten (dies könnte auch eine Erinnerung an ein Gespräch mit jemand anderes sein!), nimm die vertrauten Zweifel und Negativerinnerungen wahr und schiebe sie dann, so gut es geht, zur Seite.
Vor allem bleib dran. Lass dich nicht von Rückschlägen entmutigen. Sieh sie als Übungsrunden.
Ich wünsche dir viel Erfolg auf deiner Reise zu einem bewussten Leben!!
Bildungsurlaub auf Juist in Zusammenarbeit mit dem BildungsForum Lernwelten.
Möchtest du im Einzelcoaching oder in einem Workshop lernen, wie du deinen Autopiloten in eine bewusste Steuerung deines Lebens umwandelst?
Ich informiere dich über meine Angebote!





